

ASCENDING VOICES XVI
/// LUMEN ///
15. November 2026 /// 19 UHR
HERZ JESU, MÜNCHEN
Lachnerstraße 8, 80639 München
(Eintritt 20,–/15,– EUR)
Das Konzert Ascending Voices XVI „LUMEN“ greift das Thema Licht in den sich verdunkelnden Zeiten auf und schlägt dabei den Bogen zur feinsinnigen und trostreichen Lyrik von Rainer Maria Rilke, dessen Todestag sich im Dezember 2026 zum 100. Mal jährt.
Die Dunkelheit des nahenden Winters, dargestellt für Stimmen und Elektronik durch Kompositionen des Zyklus „Tag des Jahrs“ der vor zwei Jahren verstorbenen finnischen Komponistin Kaija Saariaho nach Gedichten von Hölderlin, setzt einen zeitgenössisch-experimentellen Startpunkt für die diesjährige Klangreise von Ascending Voices.
In den Vertonungen „Six Chansons“ von Paul Hindemith für gemischten Chor wird durch die Textgrundlage französischer Gedichte die Verbindung zur Lyrik Rilkes aufgegriffen.
„Rūkas“ heißt übersetzt aus dem Litauischen „Nebel“. Das Vokalwerk von Rupert Huber ist ein Geflecht aus festgelegten Melodiemodulen, welche auf Solostimmen verteilt werden und sich unter gewissen Vorgaben frei zu einem zyklischen Klanggebilde verweben. Eine fein leuchtender Gesangsteppich mit Geräuscheffekten webt sich durch die verteilten Stimmen im Raum.
In einem Improvisationskonzept von Alexander Hermann, Andreas Götz und Matthias Privler erfährt die musikalische Annäherung an Rilke eine zentrale Vertiefung. Klang und Lyrik bilden dabei die Textur: Im Raum verteilte Stimmen erweitern das Spektrum in Richtung schwebender Klangflächen; die Orgel setzt architektonische Klangpfeiler. Live-Elektronik wird ausschließlich als Raumvergrößerung eingesetzt: Ausklänge, Atemgeräusche und Obertonspektren werden subtil hörbar gemacht – ohne Effektästhetik.
Lumen, Glanz, Klarheit und kosmische Ruhe: Das Werk „Circles of Iron II“ von Robert Moran ist die zweite Version eines Konzepts aus seinem Spätwerk, welches die Musizierenden in einer großen Kreisform anordnet und nach einem zyklischen Prinzip aus wenigen Tönen eine schwebend-schillernde Musik erzeugt. Erzeugt durch einen extrem verlangsamten Minimalismus, belauscht man ein in sich ruhendes und gleichzeitig rotierendes Gebilde, gleichsam einen Planeten aus Klang, dessen geduldige Bewegung stets neue Wahrnehmungen erlaubt. Die klingenden Stimmen werden durch Streicher, Klarinette, Perkussion, Orgel und Synthesizer dezent mitgetragen.
PROGRAMM
Kaaja Saariaho (*1952–2023)
„Frühling“ und „Winter“
aus: „Tag des Jahres“
für 8-stimmiges Vokalensemble und Elektronik
Paul Hindemith (*1895–1963)
„Printemps“ und „En Hiver“
aus: „Six Chansons“
nach Gedichten von R.-M. Rilke
für gem. Chor
Rupert Huber (*1953)
Rukas II
für Stimmen, Solisten und Elektronik
Rukas I
für Sopransolo
Andreas Götz (*1964)
Alexander Hermann (*1966)
Matthias Privler (*1973)
Lumen
Klanginstallation mit Lyrik von R.-M. Rilke
für Stimmen, Obertongesang, Orgel, Elektronik
Robert Moran (*1937)
Circles Of Iron II
für 12-stimmiges Vokalensemble
und Instrumentalensemble
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AUSFÜHRENDE
Vokalensemble Chrismós
Matthias Privler – Obertongesang
Andreas Götz – Orgel
Alexander Hermann – Synthesizer, Leitung Vokalensemble
